Lebensdaten
Ernst Peter Huber,
Kunstmaler 1900-1959
1900
(31.
Oktober) geboren in Zell-Harmersbach,
Vater: Peter Huber, Werkführer in der
Keramikfabrik G. Schmieder. Mutter: Maria, geb.
Dillberger aus Elzach stammend. Familie wohnhaft in der sog. Öle (Ölmühle) nahe
der „unteren Fabrik".
1915 Lehrzeit als Keramikmaler in der Firma G. Schmieder und Privatunterricht
im Zeichnen beim einem Nachbarn, dem Keramikmaler Daum.
1918 Besuch der Kunstgewerblichen Fachschule in Karlsruhe in der Klasse für
Keramik- und Porzellanmalerei.
1919 Wechsel zur privaten Malschule Block- Hagemann, Karlsruhe ohne
Wissen seiner Eltern als entscheidender Schritt vom Handwerk zur Kunst.
1921 Wechsel auf die Staatliche Kunstakademie, Karlsruhe und baldige
Aufnahme in die Meisterklasse bei den Professoren Dillinger und Goebel.
1923 Teilnahme an der Internationalen Kunstausstellung in Baden-Baden
Eine strenge Jury erwählt Hubers „Rheinlandschaft" als würdig neben namhaften
Schweizer Künstlern "von ausgereiftem Niveau".
1924 Erste Ausstellung in Zell am Harmersbach, seinem Heimatort. Die
Presse lobt das Bild von der „Seilerbahn" und wünscht dem jungen Maler ein
„tapferes Glückauf".
1926 Galerie Moos, Karlsruhe stellt die großen zeitgenössischen Maler
Frankreichs einer Auswahl von badischen Künstlern gegenüber. Huber’s Bildnis
eines Bauernmädchens fällt den Kritikern als ein Versprechen auf, "das
Gediegenes verheißt". Dieses Bild hängt heute im Straßburger Museum für moderne
und zeitgenössische Kunst.
1926 Abermals Kunstausstellung in Baden-Baden. Huber in Gesellschaft von
Haueisen, Thoma, Hofer, Grimm, Zabotin , Dillinger.
1930 Nach dem Studium wird Werder bei Berlin zur neuen Heimat. Ein
Atelier am Havelufer ist Hubers Wirkstätte. Berliner Künstlerkreise und die Nähe
zu den Preußischen Galerien motivieren den frei schaffenden Maler.
1932 Sein Vater stirbt bei einem Jagdunfall. Der Sohn muss nach Zell
zurück um Mutter und Schwester von seinem Erwerb als freiberuflicher Künstler
mit zu versorgen.
1933 Kunstausstellung im Bürgersaal des Zeller Rathauses. Gezeigt werden
Bilder der heimatlichen Künstler Otto Halter, Ernst Peter Huber und Gustav
Spöri.
1934 Huber als Kirchenmaler. Die regionale Presse schreibt über die
Restaurierung der Zeller Stadtpfarrkirche und berichtet über die ausführenden
Künstler.
1935 Heirat mit der Lehrertochter und Sozialpädagogin Friedl Herbst aus
Ettlingen. Die junge Familie bekommt bald Nachwuchs. Innerhalb von 5 Jahren zwei
Töchter und einen Sohn.
1941 Huber wird Kriegsteilnehmer. Mit Staffelei, Leinwand und Farbtuben
im Tornister erobert er Frankreich, Belgien und Holland. Seine Trophäen sind
volle Bildermappen.
1942 Mitten im Krieg eine Ausstellung im Bürgersaal des Zeller Rathauses
bringt die Besucher zeitweilig auf andere Gedanken beim Anblick der zarten
Aquarelle aus Holland und der Normandie.
1946 Rückkehr aus der Gefangenschaft. Die missliche wirtschaftliche Lage
zwingt den Maler 1948 zum Broterwerb in die Keramische Fabrik zurück. Er
arbeitet in der Musterfertigung und leitet die Lehrlingsausbildung . In der
Freizeit widmet er sich seiner Malerei.
1949 Eine Künstlervereinigung im Kreis Wolfach wird aus der Taufe
gehoben. Der Verein ist eine Unterabteilung der „Akademie der schönen Künste der
Ortenau". Huber ist Gründungsmitglied Nr. 7 von 37 aktiven und 50 passiven
Teilnehmern.
1953 Ausstellung der ortsansässigen Maler Josef Frank, Otto Halter und E.
P. Huber im Zeller Rathaus. Bevölkerung und Presse loben das kulturelle
Ereignis.
1955 E. P. Huber –Ausstellung im Europahaus in Offenburg. Die Zeitungen
schwelgen von schönen Motiven schlicht gestaltet und von Bilder die von Ruhe und
Harmonie erfüllt sind.
1958 Die Künstlervereinigung des Kreises veranstaltet eine
Gemäldeausstellung in Wolfach. Huber wird als Vertreter der Karlsruher Schule
für seine Bilder gelobt.
1959 Kunstmaler Ernst Peter Huber ist tot. Völlig unerwartet erlag er im
Alter von 58 Jahren am 29. Juli einem Herzschlag. Sein Freundeskreis aus Zell
und Umgebung gibt Ihm das letzte Geleit. Im September erscheint Kurt Scheids
Aufsatz „Der Tod eines Freundes" in den Badischen Neuesten Nachrichten.
1959 Noch im Todesjahr stellt der Wolfacher Kunstverein eine Ausstellung
in der Hornberger Volksschule zusammen. "Altmeister Huber" ist mit den meisten
Bildern vertreten. Und mit den einzigen Porträts in der Bilderschau.
1969 Es sind 10 Jahre seit Hubers Tod vergangen. Der Zell- Harmersbacher
Bürgermeister Abele eröffnet eine Huber-Gedächtnisausstellung im Rathaus und B.
Künzig von der Künstlervereinigung hält die Festrede. Thomas Kopp erinnert in
einem Nachruf in der Schwarzwälder Post an den "stillen Maler" unserer Heimat.
1974 Ausstellung von Huber- Bildern im Offenburger Verkehrsamt aus Anlass
seines 15. Todestages Die Presse ist des Lobes voll: "Betroffenheit angesichts
der inneren Stärke... Bilder in Dur und Moll... eine Quelle der Freude... so
kann man lesen".1979 Die Sparkasse Zell a. H. gedenkt des Malers zum 20.
Todestages mit einer Bilderschau in der Schalterhalle. Thomas Kopp begleitet das
Eröffnungsprogramm mit einem Lichtbildervortrag über Hubers Motive und
Maltechniken.
1989 Zell veranstaltet seine 850-Jahr- Feier. Die Huber-Ausstellung im
Gewölbekeller des ehemaligen Prototyp–Verwaltungsgebäudes
findet ein reges Interesse. Kritiker schreiben von Bildern, die Ruhe ausstrahlen
von einem Gestalter Zeller Geschichte, und davon dass Huber in seinen Werken
weiterlebt.
1999
"Ein Zufallsfund unter Picasso und Monet". So
heißt die Überschrift eines Zeitungsartikels in der heimischen Presse, der von
einem Huber- Gemälde im Straßburger Museum für moderne und zeitgenössische
Kunst berichtet. Ein Gengenbacher Kunstexperte entdeckte das Porträt einer
Bäuerin in der permanenten Ausstellung. Der Durchbruch Hubers zur Europäischen
Malerelite ging somit beinahe unbemerkt vonstatten.
2000 Gedenkausstellung aus
Anlass des 100. Geburtstages im neuen Kulturzentrum Obere Fabrik in Zell.
pb 2008