Ein Künstlerleben
Ernst Peter Huber, Kunstmaler  1900-1959

Ernst Peter Huber wurde am 31.Oktober 1900 als Sohn des Peter Huber, Werkführer der Vereinigten Keramischen Fabriken,  und dessen Ehefrau Maria, geb. Dillberger in Zell am Harmersbach geboren. Nach Abschluss einer Ausbildung als Keramikmaler ging er auf Wunsch seiner Eltern und auf Empfehlung des damaligen  Keramikfabrikanten G. Schmieder zur weiteren Ausbildung auf die Kunstgewerbliche Fachschule nach Karlsruhe. Sein malerisches Talent drängte Ihn jedoch nach freischaffendem Künstlertum und so besuchte er - zunächst ohne Wissen seiner Eltern – die bekannte Privatschule Block – Hagemann, Karlsruhe. Nach bestandener Prüfung wurde er zum Studium an der Staatlichen Kunstakademie 1921 als Schüler zugelassen und konnte sich hier mit allen Gebieten der Malerei und Techniken vertraut machen. 

Während der letzten Hochschuljahre war er Meisterschüler der Professoren Dillinger und Göbel. Die Schule hatte unter der Leitung des Professors A. Haueisen weit über die Grenzen Badens hinaus einen guten Ruf. Im Alter von 26 Jahren war Huber kein unbekannter mehr. Die Galerie Moos in Karlsruhe zeigte 1926 im Rahmen einer Ausstellung deutsch- französischer Kunst des 19. / 20. Jahrhunderts neben  Werken von  Picasso, Manet, Césanne, Delacroix, Derain und Rodin u. a. Portraits von  Huber, über die ein Kritiker des Karlsruher Anzeiger schreibt: “E. Huber bringt Landschaftliches, Stilleben, Figurales und Sittenbildliches, so dass sein Schaffen ein recht reichhaltiges und wenn man sein sehr ernsthaft behandeltes“ Bauernmädchen“ als Versprechen beachtet, Gediegenes zu werden verheißt.“ (Das erwähnte „Bauernmädchen“ hängt heute im Straßburger Museum für moderne und zeitgenössische Kunst.) 

Etwa zur gleichen Zeit zeigt die Kunsthalle Baden-Baden eine Kollektion namhafter Schweizer Maler wie u. a. Buri, Robert, Hodler und Blanchet zusammen , um sie einer Auswahl badischer Künstler gegenüberzustellen, unter denen die Jury eine „energische Siebung“ vorgenommen hatte. Huber war dabei mit einer “sehr guten Rheinlandschaft, in der das Fliessen des Wassers suggestiv zum Ausdruck kommt“, schriebt die Presse. Dem Studium in Karlsruhe folgten schaffensreiche Jahre in  inspirierenden Künstlerkreisen im Einflussbereich der pulsierenden Weltstadt Berlin. Hier in Werder fand Huber zu seiner persönlichen Ausdruckskraft, die durch Vielfalt der künstlerischen Umsetzung schon in seinen jungen Jahren geprägt wurde. Angeregt durch die alten Meister in Berliner Galerien galt die traditionelle Ölmalerei seinem Interesse, der er sich bevorzugt und mit Hingabe widmete. Familiäre Gründe zwangen den Maler 1932 zur Rückkehr in seinen Heimatort im Schwarzwald, der ihm Nährboden und zugleich unerschöpfliches Motivreservoire von Anfang an gewesen war. In der Folgezeit  entstanden eine Vielzahl    beglückender Kunstwerke seines unermüdlichen und begnadeten Schaffens. Es waren stilsichere Ölbilder, Pastelle  und Aquarelle aus der Schwarzwaldheimat, sowie Porträts von starker Ausdruckskraft.    Die Gründung einer Familie ließen seine Berufung zum Beruf werden. Freischaffend malte er fleißig in seinem Zeller Atelier zur Freude seiner Bewunderer, Auftraggeber und einer großen  Schar von jungen Leuten, denen er gern die Grundkenntnisse der Malerei näherbrachte. Sein Bekanntheitsgrad ging inzwischen über die Region hinaus.

Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges bewirkten einen schmerzlichen Einbruch in Hubers Malerleben. Doch unverzagt begleitete ihn die Staffelei im Tornister an die Front, wo er neue Eindrücke und Motive aufnahm und umsetzte. Seinen Aquarellen und Zeichnungen aus der Normandie und Holland war der Wahnsinn des Krieges nicht anzumerken, dafür umso mehr der Mangel an Farben und Leinwand, was ihn auch noch in der Nachkriegszeit zwangsläufig zum  "Meister des Aquarells“ werden ließ, wie sich die Presse anlässlich einer Ausstellung 1950 im Europahaus Offenburg ausdrückte. 

Die Geldentwertung 1948 bedeutete einen tiefen Einschnitt in sein Leben. Die Sicherheit eigener finanzieller Rücklagen war verloren gegangen und das Interesse an Kunstwerken war zu jener Zeit völlig dem wirtschaftlichen Aufbau untergeordnet. So kehrte er zurück in die Keramische Fabrik, um mit der Ausbildung des Nachwuchses und im Musteratelier den Lebensunterhalt zu verdienen. Dort blieb er, obwohl  sein Name als Könner und Künstler an Bedeutung gewann. Huber schloss sich dem Künstlerkreis Wolfach an, der sich der Tradition der Maler Liebich,  Hasemann, Thoma oder Sandhaas verpflichtet fühlte. Dieser Zeit entstammen klassische Portraits und Landschaften, die heute als Inbegriff regionalen Heimatgutes  betrachtet werden können.      Eine Rückkehr in das Leben des freischaffenden Künstlers war ihm nicht vergönnt. Er starb am 29. Juni 1959 an seinem Arbeitsplatz.

Die Zeller Chronistin Ruth Baitsch  schreibt:    Ernst Peter Huber war ein Kunstmaler mit gut fundiertem Wissen und gründlicher Praxis in allen farblichen und grafischen Techniken. So konnte er einen ebenso allgemein verständlichen wie selbstkritischen eigenen Stil in der Gestaltung von Gegenstand und Komposition mitteilen. Seine Bilder offenbaren die Natur in ihrer ganzen Skala von inniger Zartheit bis zur grandiosen Wucht, seien es Motive der vertrauten Heimatlandschaft oder fremder Regionen, denen sein Liebe gleichermaßen galt und die er künstlerisch einfühlsam meisterte. Stolz und unbeirrbar in seinem künstlerischen Schaffen, immer nach größerer Vollendung suchend, blieb er der noble und bescheidene Mensch, dessen Lauterkeit im Verein mit dem Wissen um die Größe und zugleich gnadenlose Härte des Lebens ihn zum echten Künstler formten, der schon in unseren Tagen als einer der wahrhaft großen Söhne Zells anerkannt und verehrt wird. Sein Freund und Weggefährte Thomas Kopp nannte ihn den „stillen Maler“.  
pb2008

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